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Am Sonntag dem 13.12.2020 habe ich zu Hause den World wide Candlelight Day zelibriert.

Mir tat es gut dabei alleine zu sein. Ich kann oft nicht ertragen, wenn andere wegen Julius weinen. Letztes Jahr war dieser Abend im Kreise so vieler Verwaisten Eltern besonders, herzzerreisend und hat mich enorm viel Kraft gekostet. Dieses Jahr war nicht weniger Emotional, aber ich war wesentlich entspannter und konnte nur für mich sein.

Obwohl ich mich der drohenden Weihnachtszeit weiter verweigern möchte, habe ich trotzdem einen Baum gekauft. Ich hab ihn gesehen und wusste ich muss ihn mitnehmen. Das hat aber eine Weile gedauert, bis ich mich dazu überwinden konnte. Ich hab mehrere Tage darüber nachgedacht ob ich das wirklich kann. Als ich mich dann entschieden habe ihn wirklich mitzunehmen, habe ich drei Anläufe gebraucht bis ich dann wirklich vor dem Baumverkäufer stand und ohne Tränen sagen konnte “ Ich möchte diesen Baum haben“.

Unsere Baum 2020 ist klein, schief und schrullig. Aber deshalb passt er so gut zu uns.

In den nächsten Tagen versuchte ich mich dann an den Weihnachtskeksen.

Ich hab beim backen sogar Weihnachtslieder gehört, zum Leidwesen meines Freundes. Die Kekse waren wirklich Lecker, aber es machte ohne Julius einfach keinen Spaß.

Ich hab wirklich alles versucht um der drohenden Weihnachtszeit eine Chance zu geben! Aber auch im zweiten Jahr ohne Julius bleibt es weiter sehr sehr schwierig.

Und es bleibt schwierig mit dem schlafen, beim essen und mit meiner Konzentration. Erinnerungen und Bilder sind Allgegenwertig. Machen immer wieder Druck in der Brust, Luftnot und ein stechenden Schmerz. Werbung im Fernsehen (Glückliche Familien mit blonden kleinen Jungen), Familen beim Weihnachtseinkauf (heile Welt) und immer wieder die Diskussion in den Medien, “ Weihnachten wird dieses Jahr so einsam“. Ich kann da nicht mehr zuhören und will das hier auch nicht diskutieren. Jeder Tag ist für mich ein kleiner Kampf ums emotionale Überleben. Mein Weihnachten bleibt immer einsam, ob mit und ohne Corona.

Ich will mich nicht beschweren, es läuft alles irgendwie weiter. Jeder Tag tut weh, mal mehr mal weniger. Es gibt Menschen denen geht es in dieser Zeit um ein vielfaches schlechter. Es kämpfen immer noch zwei Freundinnen von mir gegen eine aggressive Krebserkrankung. Und erst heute bekam ich die Nachricht, dass von einer Bekannten der Ehemann unheilbar an Krebs erkrankt ist.

Was für eine verrückte und unfassbare Welt. Es ist aber nicht die Welt, die mit Kopfzerbrechen bereitet, sondern die Menschen.

Ich fühl mich nicht immer gut in dieser Welt, aber ich bin für jeden Tag dankbar. Jeder Tag zählt.

Bleibt bitte gesund, ich bleibe tapfer 😉

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